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13.08.2026, Medienmitteilung

98,1 Prozent wissen, wie es nach der Schule weitergeht

Insgesamt 1236 Schülerinnen und Schüler haben im Kanton Zug die offizielle Schulzeit beendet. Die Mehrheit absolviert nach wie vor eine berufliche Grundbildung. Der Besuch der Mittelschulen ist weiter im Trend.

Mit Unterstützung der Lehrpersonen befragte das BIZ Amt für Berufsberatung (BIZ Zug) alle Schülerinnen und Schüler, die im Juli die obligatorische Schule beendeten. Dies umfasste die neunten Klassen der Oberstufen der Gemeinden, die Gymnasien sowie die Brückenangebote. Die erfreuliche Nachricht ist, dass fast alle eine Anschlusslösung gefunden haben und wissen, wie es weitergeht. 

Trend zu den Mittelschulen 
Nach neun Schuljahren beginnen 47,2 Prozent der Schulabgängerinnen und Schulabgänger eine berufliche Grundbildung, Tendenz leicht sinkend (Vorjahr 51 Prozent). Der Trend hin zu den Mittelschulen setzt sich fort: 39,6 Prozent besuchen eine Mittelschule, wiederum leicht mehr als im Vorjahr (38,6 Prozent). 
In diesem Jahr benötigen 11,4 Prozent der Jugendlichen für den Übergang noch etwas Zeit und besuchen ein Brückenangebot. Im Vorjahr waren es 10,1 Prozent. Viele der Jugendlichen beginnen nach dem Brückenangebot eine berufliche Grundbildung (74 Prozent), und nur wenige wechseln an eine Mittelschule (4 Prozent). 
23 Jugendliche beziehungsweise 1,9 Prozent konnten sich bis Ende Juni noch für keine Lösung entscheiden (2025 waren es 4 Jugendliche, 2024 14 Jugendliche, 2023 25 Jugendliche). Erfahrungsgemäss wird ein Teil davon bis zum Start des neuen Schuljahres auch noch eine Möglichkeit gefunden haben.

Die Berufsmaturität wird immer beliebter 
Rund 13 Prozent der Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger starten die Lehre mit Berufsmaturität (im Vorjahr waren es 12 Prozent). Zählt man die Schülerinnen und Schüler der schulischen Berufsausbildung wie beispielsweise die Wirtschaftsmittelschule dazu, sind es 17 Prozent. Mit der Berufsmaturität erlangen Jugendliche neben einem Berufsabschluss einen Mittelschulabschluss und damit einen Fachhochschulzugang. Hochschulabgängerinnen und Hochschulabgänger, die diesen Weg gegangen sind, erfreuen sich auf dem Arbeitsmarkt hoher Beliebtheit, da sie neben der Theorie auch schon viel Arbeitserfahrung mitbringen.

Berufe haben kein Geschlecht – oder doch? 
Nach wie vor wählen junge Frauen aus einem kleineren Berufsspektrum aus. Während sich junge Männer für 82 verschiedene Berufe entschieden haben, sind es bei jungen Frauen nur 46 Berufe. Es gibt jedoch immer wieder Frauen, die geschlechtsuntypische Berufe wählen. So finden sich auch dieses Jahr eine Sanitär- und eine Unterhaltspraktikerin EBA. 
Bei beiden Geschlechtern wurden bei den Befragten wie bisher die meisten Lehrverträge im Beruf Kauffrau/Kaufmann EFZ abgeschlossen. Die Berufe im Detailhandel sind ebenfalls weiterhin beliebt: Sie sind bei den jungen Frauen auf Platz 4 (auf den Plätzen 2 und 3 sind Fachfrau Gesundheit und Fachfrau Betreuung) und bei den jungen Männern sogar auf Platz 2 – auf den weiteren Plätzen folgen Elektroinstallateur, Logistiker und Informatiker (letzterer Vorjahr Platz 2). 
Insgesamt entscheiden sich mehr junge Männer als Frauen – nach der Volksschule oder einem Brückenangebot – für eine betriebliche berufliche Grundbildung (66 Prozent der Knaben zu 58 Prozent der Mädchen), während sich die jungen Frauen eher für eine Mittelschule entscheiden (19 Prozent der Mädchen zu 8 Prozent der Knaben).

Paradox: einfachere Lehrstellensuche – trotzdem frühe Vergabe der Lehrstellen
Da der Lehrstellenmarkt im Moment eher günstig für die Schülerinnen und Schüler ist, scheint der Trend überraschend, Lehrstellen immer früher anzunehmen. Ein Fünftel (19.8 Prozent) der Jugendlichen hatte bereits in der zweiten Oberstufe eine Lehrstellenzusage (vor 16 Jahren waren es noch 4 Prozent). Das BIZ Zug beobachtet diesen Trend mit Sorge, denn eine nachhaltige Berufswahl braucht Zeit. Als häufigster Grund für Lehrabbrüche wird eine nicht passende Berufswahl genannt. Die vermeintliche Sicherheit, früh eine Lösung zu haben, ohne andere Optionen ausreichend geprüft zu haben, kann sich also nachteilig auswirken. Das BIZ Zug empfiehlt den Betrieben, den Jugendlichen Zeit zu lassen, damit sie sich verschiedene Berufe anschauen und eine gut überlegte Entscheidung treffen können.

Fazit:

  • Dank der Zuger Lehrbetriebe kann zwischen einer Vielzahl beruflicher Grundbildungen entschieden werden. Insgesamt wurden 100 verschiedene Berufe gewählt.
  • 47,2 Prozent der Jugendlichen absolvieren nach der obligatorischen Schulzeit eine berufliche Grundbildung.
  • Der Anteil der schulischen Ausbildungswege nimmt weiter zu.
  • Der Anteil der Jugendlichen, die parallel zur beruflichen Grundbildung eine Berufsmaturität beginnen, ist weiter leicht angestiegen.
  • Weiter zugenommen hat der Anteil der Jugendlichen, die ein Brückenangebot wählen und sich damit noch Zeit lassen in der Berufswahl. 
  • Zum Zeitpunkt der Befragung hatten noch 23 Jugendliche keine Anschlusslösung.

Das Wichtigste: 
98,1 Prozent der Jugendlichen haben eine Anschlusslösung gefunden! Dies ist einerseits der günstigen Wirtschaftslage geschuldet und andererseits der guten Begleitung durch Lehrpersonen und Eltern zu verdanken. 

Bildungsdirektor Stephan Schleiss dankt allen, die zu diesem guten Ergebnis beigetragen haben: «Die Begleitung und Beratung unserer Jugendlichen in diesem wichtigen Lebensabschnitt ist eine Teamleistung. Ein ganz herzliches Dankeschön an Eltern, Lehrpersonen und Berufsberatung.» 

Der Bildungsdirektor wünscht den Jugendlichen viel Freude und Erfolg bei ihrer Ausbildung.

 

Weitere Informationen

Link: Auswertung der Schulabgängerbefragung Link

Bilder: Blick in die Zukunft Link und Schritte in die Zukunft Link (Fotos von Olivia Ott Hari)

Kontakt

Olivia Ott Hari

Amtsleiterin