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23.09.2026, Zug | Medienmitteilung

Weiterentwicklung des Kindes- und Erwachsenenschutzes: Vertiefungsanalyse des Mandatszentrums liegt vor

Die angekündigte Vertiefungsanalyse der grössten Abteilung des Amts für Kindes- und Erwachsenenschutz ist abgeschlossen. PwC zeigt in ihrem Bericht auf, wo im Mandatszentrum Handlungsbedarf besteht und wie die Abteilung weiterentwickelt werden kann. Die Direktion des Innern hat die Empfehlungen geprüft und daraus einen priorisierten Massnahmenplan abgeleitet. Dieser fügt sich in die bereits laufende Weiterentwicklung des gesamten Amts ein.

Im Februar 2026 hat die Direktion des Innern die Ergebnisse der externen Betriebs- und Organisationsanalyse des Amts für Kindes- und Erwachsenenschutz vorgestellt und einen umfassenden Massnahmenplan verabschiedet (vgl. Medienmitteilung vom 24. Februar 2026). Eine der darin vorgesehenen Massnahmen war die vertiefte Analyse des Mandatszentrums.

Das Mandatszentrum ist mit 38 Mitarbeitenden die grösste Abteilung des Amts. Seine Berufsbeiständinnen und Berufsbeistände führen im Auftrag der KESB Kindes- und Erwachsenenschutzmandate. Die Vertiefungsanalyse wurde zwischen März und Juni 2026 wiederum von PwC durchgeführt. Untersucht wurden insbesondere Organisation und Prozesse, Rollen und Zuständigkeiten, Personalmanagement, Kommunikation sowie Wissens- und Qualitätsmanagement.

Klare Rollen und einheitliche Prozesse

Die Empfehlungen von PwC lassen sich in drei zentrale Stossrichtungen zusammenfassen: Erstens sollen die Rollen der Mitarbeitenden mit ihren Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortlichkeiten klarer definiert und voneinander abgegrenzt werden. Zweitens sollen zentrale Prozesse stärker standardisiert und die Zusammenarbeit flexibler und weniger personenabhängig gestaltet werden. Drittens sollen das Qualitäts- und Wissensmanagement gestärkt und vorhandenes Wissen besser gesichert und zugänglich gemacht werden.

Die Analyse befasst sich auch mit der erhöhten Personalfluktuation. Spezifische strukturelle Ursachen konnten nicht identifiziert werden. PwC sieht vielmehr ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren, darunter die hohe Arbeitsbelastung und emotional anspruchsvolle Tätigkeit, aufwändige Prozesse, die Gesamtsituation der Organisation sowie den Fachkräftemangel im Sozialwesen.

Schrittweise Umsetzung

Die Direktion des Innern hat die neuen Empfehlungen mit den bereits beschlossenen Massnahmen für das gesamte Amt abgestimmt und nach Dringlichkeit, Umsetzbarkeit und Abhängigkeiten priorisiert. Bis Ende 2026 werden zunächst Rollen und Zuständigkeiten geklärt, Prozess- und Dokumentationsgrundlagen aktualisiert sowie das Abwesenheits- und Stellvertretungsmanagement optimiert. Darauf folgen weitere Massnahmen zur Zusammenarbeit sowie zum Qualitäts- und Wissensmanagement. Die Umsetzung erstreckt sich bis 2028. 

«Wir gehen die Weiterentwicklung Schritt für Schritt an. Dabei ist mir wichtig, dass wir die Mitarbeitenden einbeziehen und die laufende Arbeit des Mandatszentrums im Blick behalten», sagt Landammann Andreas Hostettler, Vorsteher der Direktion des Innern.

Weiterentwicklung des gesamten Amts auf Kurs

Parallel zur Vertiefungsanalyse wurden die Massnahmen für das gesamte Amt weiter vorangetrieben. Mit Armin Camenzind hat der Regierungsrat einen neuen Amtsleiter gewählt (vgl. Medienmitteilung vom 29. Juni 2026). Er tritt seine Stelle am 1. Januar 2027 an und übernimmt die Amtsleitung per 1. März 2027. Auf diesen Zeitpunkt wird auch die neue Aufbauorganisation umgesetzt. 

Auch bei der Bearbeitung der Gefährdungsmeldungen setzt sich die positive Entwicklung fort: Ende 2025 waren über 100 Meldungen zurückgestellt, im Mai 2026 noch 35, und Mitte September noch 15. Zu diesem Rückgang beigetragen haben optimierte Abläufe bei der Bearbeitung neuer Meldungen, die vorübergehende personelle Verstärkung sowie eine derzeit geringere Zahl an neuen Gefährdungsmeldungen.

Zudem ist die Überprüfung der rechtlichen Grundlagen auf Kurs. Dazu gehört insbesondere die vorgesehene Trennung von Amtsleitung und KESB-Präsidium im Rahmen des ordentlichen Gesetzgebungsverfahrens.

Die Massnahmen aus der Vertiefungsanalyse für das Mandatszentrum werden mit dem bestehenden Massnahmenplan für das gesamte Amt zusammengeführt. Die Direktion des Innern wird die Umsetzung regelmässig überprüfen und bei Bedarf anpassen. Über den Stand der Umsetzung wird sie erneut informieren. «Unser Ziel bleibt ein stabiles und leistungsfähiges Amt, das seinen anspruchsvollen Auftrag gegenüber schutzbedürftigen Menschen fachlich hochwertig, effizient und verlässlich erfüllen kann», sagt Andreas Hostettler.

Kontakt

Portrait Andreas Hostettler

Andreas Hostettler

Landammann
Neugasse 2
6300 Zug