Artenmanagement Gewässer

Im Kanton Zug hat es 45 km2 See- und 600 km Fliessgewässer-Lebensraum. Hier wurden 31 Fisch-, 1 Rundmaul- und 4 Krebsarten nachgewiesen.

Fischen

Die Zugergewässer werden unterschiedlich befischt. Im Zuger- und Ägerisee werden mit der Netzfischerei durch Berufsfischer gute Erträge erwirtschaftet und auch die Angelfischerei wird in beiden Seen gerne praktiziert. 

Die Fischereirechte für die Fliessgewässer liegen bei den meisten Bächen und Flüssen in den Händen der Grundbesitzer oder der Korporationen. Einige wenige werden durch den Kanton verpachtet.

Arten

Die Lebewesen der Unterwasserwelt des Kantons Zug existieren für die meisten Menschen völlig im Verborgenen. Einige besondere Arten möchten wir Ihnen kurz vorgestellen.

Fischatlas

Im Dezember 2023 wurde der Fischatlas des Kantons Zug, der bis dato als «Fischatlas 2010» im PDF-Dokument verfügbar war, ins Zug Map integriert. Zum esten Mal wird damit der Fischatlas, welcher eine detaillierte Übersicht über den Bestand und die Verbreitung der Fisch- und Krebsarten der wichtigsten Zuger Gewässer liefert, in digitaler Form publiziert. Die Integration des Fischatlas ins ZugMap ermöglicht es, die Verbreitung von Fischarten und Krebsen für alle Interessierten schnell und übersichtlich darzustellen. Zudem können das Artenspektrum, Populationsdichten und Informationen über die Fischerei abgerufen werden.

 

Der Fischatlas soll einerseits als Nachschlagewerk für Interessierte sein, aber auch ein Lern- und Arbeitsinstrument für Schulen, Büros im Bereich Wasserbau und Ökologie oder Behörden darstellen.

 

Link ZugMap

 

Bedienungsanleitung Fischatlas:

Erbrütung und Besatz

Nicht in allen Gewässern vermögen sich die Fischarten natürlich zu vermehren. Im immer noch zu nährstoffreichen Zugersee gibt es nur dank Besatzmassnahmen noch überlebensfähige Bestände von Felchen und Rötel. Für den Ägerisee werden Seeforellen erbrütet; die natürliche Fortpflanzung reicht nicht für die nachhaltige Bestandessicherung. Alle Besatzmassnahmen sind im Kanton Zug bewilligungspflichtig.

Formular Bewilligung Fischbesatz
PDF | 156 KB | Deutsch

Fischbrutanlage Walchwil

Die Fischbrutanlage Walchwil erbrütet und züchtet im Auftrag des Fischereikonkordats Zugersee für den Bedarf in den Zuger Gewässern sowie für die Seeanteile der Kantone Schwyz und Luzern.

Es werden Felchen, Rötel, Seeforellen, Bachforellen und Hecht erbrütet und gezüchtet.

Schutz vor aquatischen Neobiota

Was sind aquatische Neobiota?

Aquatische Neobiota sind Tiere und Pflanzen, die ursprünglich in einem Gewässer nicht vorkommen. Diese Arten stammen in der Regel aus anderen Ländern oder Regionen und werden meist unbeabsichtigt durch den Menschen eingeschleppt. Manche dieser gebietsfremden Arten sind invasiv. Das bedeutet, sie vermehren sich schnell und unkontrolliert im neuen Gewässer und können dadurch die heimische Artenvielfalt ernsthaft gefährden.

 

Folgen der Ausbreitung invasiver Arten

Doch nicht nur die heimischen Tiere und Pflanzen können unter Druck geraten. Gebietsfremde Arten können auch gesundheitliche Risiken für den Menschen mit sich bringen oder hohe wirtschaftliche Schäden verursachen. Die invasive Quaggamuschel, welche ursprünglich aus dem Schwarzmeerraum stammt, kann zum Beispiel wichtige Infrastrukturleitungen zur Seewassernutzung verstopfen und dadurch hohe Wartungs- und Reparaturkosten verursachen. Die Fischerei leidet ebenfalls unter dem Quaggamuschelbefall, da Fischerinnen und Fischer mit ihren Bodennetzen sehr viele Muscheln fangen und dadurch einen erheblichen Mehraufwand bei der Reinigung haben. Die Quaggamuschel wirkt sich zudem negativ auf das Nahrungsangebot von Fischen aus, weshalb ihre Bestände und damit auch der Fischfang tendenziell zurückgehen. Durch scharfkantige Muschelschalen an Badestellen kann es vermehrt zu Schnittwunden an Händen und Füssen kommen. 

 

Prävention als Schlüsselmassnahme

Die Ausbreitung von Neobiota in Gewässer geschieht oft unbemerkt. Wenn sie sich einmal in einem Gewässer etabliert haben, ist eine Bekämpfung meist sehr schwierig. Präventive Massnahmen, welche das Einschleppen schädlicher Arten verhindern, sind daher meist nicht nur die kostengünstigste, sondern auch die effizienteste Lösung zum Schutz der Gewässer.

 

Verbreitung durch den Menschen

Das grösste Risiko für die Verbreitung invasiver Arten geht von Wanderbooten aus. Durch den Wechsel zwischen verschiedenen Gewässern können sie unbemerkt Muscheln, Larven oder Pflanzenreste transportieren. Aber auch Wassersportgeräte wie Stand-up-Paddles, Kanus oder Kajaks sowie Tauch- und Fischereiausrüstung können zur Verschleppung beitragen, wenn sie nicht gründlich gereinigt und getrocknet werden. Eine Übertragung durch natürliche Faktoren, wie zum Beispiel Vögel, ist zwar ebenfalls möglich, jedoch im Vergleich zur Verbreitung durch den Menschen sehr unwahrscheinlich.

 

Wichtige Hinweise zum Umgang mit Booten, Wassersport- und Freizeitausrüstung:

Wissen/Berichte

Der Kanton Zug engagiert sich weitere potentielle Gewässerlebensräume für spezifische Arten im Kanton ausfindig zu machen, um deren Ausbreitung unterstützen zu können. Zudem werden auch verschiedene bereits bestehende Habitate auf ihre Güte hin untersucht, um mögliche Massnahmen ableiten zu können.

Fotos Arten

Kontakt

+41(0) 41 594 35 35