15.01.2026, Medienmitteilung
Tag der offenen Tür im Zuger Theilerhaus
Baudirektor Florian Weber, Stadtpräsident André Wicki und die Präsidentin des Verwaltungsgerichts Diana Oswald haben feierlich das Theilerhaus an der Hofstrasse in Zug eröffnet. Mit dem neuen Sitz des Verwaltungsgerichts und dem Restaurant «La Speranza» kehrt Leben in das instandgesetzte und denkmalgeschützte Gebäude zurück. Die Bevölkerung ist am Samstag, 17. Januar 2026 von 10–16 Uhr eingeladen, am Tag der offenen Tür teilzunehmen.
Mit dem Abschluss der Arbeiten strahlt das historische Gebäude in neuem Glanz. «Der Umbau überzeugt durch gezielte Eingriffe und einen sorgfältigen Umgang mit der bestehenden Bausubstanz», führt Baudirektor Florian Weber aus, «Die betrieblichen Anforderungen wurden optimal umgesetzt.» Noch ist die Instandsetzung der restlichen Gebäude an der Hofstrasse nicht erfolgt. Nach den Arbeiten am Theilerhaus sollen auch die Shedhalle und der Hochbau Süd erneuert werden. Der Gebäudetrakt östlich der Shedhalle befindet sich in einem sehr schlechten baulichen Zustand. Dieser wird abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt. Geplant ist, dass künftig auch das Staatsarchiv, Ämter der Direktion des Innern und der Direktion für Bildung und Kultur darin untergebracht werden. Aufgrund von Einsprachen ist das Projekt zurzeit verzögert.
Industriegeschichte erleben
Ab den 1950er-Jahren kamen Menschen oft aus Venetien, dem Friaul oder der Lombardei auf der Suche nach Arbeit nach Zug. Die «Strada della Speranza» war der Spitzname der Baarerstrasse in Zug, wo viele italienische Arbeiterinnen von Landis & Gyr im ehemaligen Inducta-Fabrikgebäude lebten. Sie arbeiteten im 1896 erbauten Theilerhaus, der Geburtsstätte der Landis & Gyr. Hier begann für sie ein neues Leben in der Schweiz. Ihre Gesichter blicken den Gästen von den Wänden im Restaurant entgegen. Fotografien aus dem LG-Archiv der ETH Zürich machen den Raum zu einem lebendigen Erlebnis von Zeitgeschichte. Sie zeigen nicht nur Produktionshallen, sondern das Leben, Arbeiten und die Freizeit der ehemaligen LG-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter.
Erfahrener Gastronom
Das neue Restaurant «La Speranza» im Theilerhaus führt der Gastronom Christian Wenninger. Mit italienischer Küche wird er die Gäste verwöhnen. Das Restaurant bietet Raum für 70 Personen, ein Säli steht für 15 Gäste bereit und auf der Terrasse finden 80 Gäste Platz. Das Lokal kann auch für geschlossene Gesellschaften gebucht werden. Mit massgeschneiderten Tischen im Industriedesign und Vintage-Stühlen soll das Mobiliar an den ehemaligen Produktionsraum erinnern. Das Restaurant wird von Dienstag bis Mittwoch von 9 bis 18 Uhr und von Donnerstag bis Samstag von 9 bis 23 Uhr geöffnet sein.
Neuer Sitz des Verwaltungsgerichts
Ab dem 24. Februar 2024 ist das Theilerhaus an der Hofstrasse 13 neu Sitz des Verwaltungsgerichts. Die Räumlichkeiten befinden sich in den drei Obergeschossen. Im 3. Obergeschoss befindet sich der Gerichtssaal, im repräsentativen und täferverkleideten ehemaligen Direktorenzimmer im 2. Obergeschoss das Gerichtspräsidium. Für die zentrale Erschliessung aller Geschosse wurde ein Lift eingebaut. Während des Umzugs am Freitag, 20. Februar 2026 ist der Schalter bis 11.45 Uhr am alten Standort an der Aa 6 geöffnet.
Verein belebt Kultur
Seit der Übernahme der Liegenschaft durch den Kanton war es ein gesellschaftlicher und politischer Wunsch, das Theilerhaus auch als Ort für Kulturanlässe zu beleben. Dafür wurde der Verein Kultur Theilerhaus ins Leben gerufen. Mit einem Kulturprogramm sollen Vergangenheit, Gegenwart und Menschen miteinander verbunden werden: Einheimische und Neuzugezogene sowie Kulturschaffende aus aller Welt. Im Mittelpunkt stehen Musik, Erzählung und Kulinarik.
Vorgeschichte Theilerhaus
1896 gründete der gelernte Uhrenmacher Richard Theiler zusammen mit dem Unternehmer Adelrich Gyr das «Electrotechnische Institut Theiler und Cie». Im selben Jahr entstand das erste Fabrikgebäude der Firma an der Hofstrasse in Zug: das Theilerhaus. In diesem produzierte das Unternehmen die von Theiler entwickelten Stromzähler. Ab 1904 und 1905 übernahmen die neuen Besitzer Heinrich Landis und Karl Heinrich Gyr die Firma unter dem Namen Landis & Gyr. Das regionale Unternehmen entwickelte sich zu einem Technologiekonzern mit internationaler Ausstrahlung. Mit dem Bezug des neuen Landis-&-Gyr-Verwaltungsgebäudes 1943 am neuen Standort neben dem Bahnhof Zug und der etappenweisen Verlegung der Fabrikation auf das neue Areal verlor der Standort an der Hofstrasse an Bedeutung. 1989 erwarb der Kanton Zug das Areal mit dem denkmalgeschützten Theilerhaus.
Symbolische Schlüsselübergabe: Baudirektor Florian Weber übergibt Verwaltungsgerichtspräsidentin Diana Oswald einen LG-Original-Stromzähler.
Blick in den neuen Gerichtssaal des Verwaltungsgerichts.
Das frisch renovierte Theilerhaus an der Hofstrasse in Zug.
Blick in das neue Restaurant «La Speranza» im Theilerhaus.
