27.02.2026, Medienmitteilung

Analysephase der Fokusstudien abgeschlossen

Die in den Teilräumen Ägerital und Zug–Baar durchgeführten Verkehrserhebungen für die Fokusstudien zur Mobilität 2040 wurden ausgewertet und deren Resultate mit Vertretern aus kantonalen und gemeindlichen Behörden, Politik, Parteien, Verbänden und Verkehrsunternehmen diskutiert. In einem nächsten Schritt werden verschiedene Massnahmen zur Ertüchtigung der Verkehrsnetze erarbeitet. Der Schlussbericht dazu wird Ende Jahr vorliegen.

Gemäss Prognosen wird die Mobilität aufgrund des Bevölkerungs- und Arbeitsplatzwachstums in den Räumen Ägerital und Zug–Baar bis 2040 weiter zunehmen, weswegen in den betroffenen Gemeinden das Interesse an einer gemeinsamen Betrachtung der Mobilität sowie der Verkehrsinfrastruktur gross ist. Um die künftigen Herausforderungen im Bereich Verkehr in diesen beiden Räumen zu meistern, hat die Baudirektion zwei Projektgruppen mit Gemeindevertretern gebildet, welche die Erarbeitung je einer Fokusstudie zur Mobilität 2040 begleiten. Ziel der Fokusstudien ist es, bauliche, betriebliche und gestalterische Eingriffe in den Verkehrsnetzen vorzuschlagen, um die Stabilität dieser längerfristig zu gewährleisten.

Verkehrserhebungen an 27 Standorten

Um die Verkehrsentwicklung abzubilden und den Verkehr zu planen, wird ein Verkehrsmodell verwendet. Dazu werden im Kanton Zug auch die Ergebnisse der über hundert ständigen Messstellen und Verkehrserhebungen ausgewertet. Im Spätsommer 2025 wurden mit Nummernschilderhebungen – im Ägerital an vier und im Raum Zug-Baar an 23 Standorten – zusätzliche Messungen durchgeführt, um das Verkehrsmodell zu aktualisieren und dessen Aussagekraft zu erhöhen. Dabei zeigte sich, dass die Resultate gut mit dem Verkehrsmodell berechneten Voraussagen übereinstimmen. Das aktualisierte Verkehrsmodell mit Ist-Zustand 2025 und Prognosehorizont 2040 dient nun als Planungsgrundlage für die Weiterentwicklung des Verkehrsnetzes.

Resultate für den Raum Ägerital

Im Raum Unter- und Oberägeri wird die Verkehrsqualität morgens und abends im Jahr 2025 noch als ausreichend bezeichnet. Kreuzungs- und Kreiselverkehr sowie im Zentrum querender Fussverkehr können zu stockendem Verkehr führen. Der Verkehr im Kreuzungsbereich beeinflusst den Busbetrieb der Linie 601 (Bahnhof Zug–Oberägeri Station) und kann zu längeren Fahrzeiten führen, die auf die Fahrplanstabilität Richtung Raten und Morgarten einen Einfluss haben. Die aktuelle Veloinfrastruktur im Ägerital entspricht nicht den im kantonalen Richtplan abgebildeten Anforderungen an den Veloverkehr.

Resultate für den Raum Zug–Baar

Zu den Strassen mit sehr hoher Verkehrsbelastung gehören in der Stadt Zug die Vorstadt/Bahnhofstrasse, die Chamerstrasse (Abschnitt Steinhauser- und Letzistrasse) sowie die Nordstrasse. In Baar sind es die Süd- und die Weststrasse. Die Leistungsfähigkeiten beim Autobahnanschluss Baar, auf der Nordstrasse und beim Baarer Kreuzplatz sowie auf der Chamerstrasse und beim Talacher in Zug sind während den Spitzenzeiten mangelhaft. Während der Spitzenstunden abends verkehrt die Buslinie 603 (Baar–Lättich) deutlich langsamer. Der Ausbaustandard der Veloinfrastruktur im Raum Zug–Baar entspricht vielerorts noch nicht dem im kantonalen Richtplan abgebildeten Velowegnetz.

Ergebnisse in Workshops diskutiert

Vertreter aus kantonalen und gemeindlichen Behörden, Politik, Parteien, Verbänden und Verkehrsunternehmen haben sich auf Einladung der Baudirektion an je einem Workshop in Unterägeri und Zug getroffen, um die Ergebnisse der Verkehrserhebungen sowie die künftigen Anforderungen an Betrieb und Ausgestaltung von Kantonsstrassen in Ortszentren zu diskutieren. Die Teilnehmenden waren sich einig, dass der Verkehrsfluss auf den Hauptachsen und die Aufenthaltsqualität in den Ortszentren Priorität hat.

Für den Raum Ägerital wiesen die Workshop-Teilnehmenden auf die teilweise fehlende oder zu schmale Verkehrsinfrastruktur für den Fuss- und Veloverkehr und die geringe Aufenthaltsqualität aufgrund der Verkehrsbelastung hin. Im Hinblick auf das Jahr 2040 beurteilten sie die vorausgesagte Verkehrszunahme als grösste Herausforderung. Es besteht der Wunsch, dass künftige Anpassungen an Kantonsstrassen auf die Zentrumsplanung abgestimmt werden.

Denselben Handlungsbedarf äusserten die Workshop-Teilnehmenden für den Raum Zug–Baar. Zusätzlich wünschen sie sich, die Überprüfung von Verkehrsmanagmenent-Massnahmen auf deren Wirkung und ein attraktives Velonetz. Zudem sollen Knotenpunkte des öffentlichen Verkehrs vom motorisierten Individualverkehr entflechtet werden.

Wie geht es weiter?

In einem nächsten Schritt werden aufgrund der aufgezeigten Problemfelder mögliche Massnahmen erarbeitet, die in den nächsten Workshops im Sommer 2026 besprochen werden. Der Schlussbericht zu den Fokusstudien soll Ende Jahr vorliegen.

Zuger Vorstadt

Verkehr bei der Zuger Vorstadt.

Kontakt

Olivier Burger

Fachspezialist Kommunikation
Baudirektion

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