19.06.2026, Medienmitteilung
Zweite Inklusive Landsgemeinde fordert mehr berufliche Inklusion
Im Zentrum der zweiten Zuger Inklusiven Landsgemeinde stand der Zugang zum Arbeitsmarkt für Menschen mit Behinderungen. Drei konkrete Anliegen wurden den anwesenden Kantonsrätinnen und Kantonsräten vorgestellt.
Menschen mit Behinderungen ist der Zugang zum Arbeitsmarkt weiterhin erschwert. Vor diesem Hintergrund fand gestern die zweite Zuger Inklusive Landsgemeinde unter dem Motto «Arbeit im Fokus, Inklusion im Zentrum» statt. Menschen mit Behinderungen stellten in Anwesenheit von Kantonsrätinnen und Kantonsräten aller Fraktionen drei konkrete Anliegen zur Stärkung der beruflichen Inklusion vor.
Anliegen 1: Finanzielle Anreize für Arbeitgebende
Unternehmen sollen für nachweisbare Mehrkosten entschädigt werden können, die durch die Anstellung von Menschen mit Behinderungen entstehen und nicht bereits anderweitig gedeckt sind. Damit sollen Hürden bei der Einstellung abgebaut und zusätzliche Arbeitsplätze im ersten Arbeitsmarkt geschaffen werden.
Anliegen 2: Bessere Unterstützung bei der Stellensuche
Da Menschen mit Behinderungen oft mehr Zeit benötigen, um eine neue Arbeitsstelle zu finden, soll sich der Kanton auf Bundesebene für angepasste Rahmenbedingungen einsetzen. Zudem sollen zusätzliche kantonale Unterstützungsangebote geprüft werden.
Anliegen 3: Vorbildrolle für Kanton und Gemeinden
Die öffentliche Hand soll selbst mehr Menschen mit Behinderungen beschäftigen, Zielwerte definieren sowie regelmässig über die Beschäftigungssituation berichten. Damit sollen Hemmschwellen abgebaut und weitere Arbeitgebende ermutigt werden, Menschen mit Behinderungen anzustellen.
Impulse für die Zuger Politik
Nachdem die drei Anliegen vorgestellt worden waren, nahmen Mitglieder des Kantonsrats aller Fraktionen dazu Stellung. Die Anliegen fliessen nun in die weitere politische Diskussion ein und können von den zuständigen politischen Akteurinnen und Akteuren aufgegriffen und weiterverfolgt werden.
«Die heutigen Diskussionen haben gezeigt, dass noch Handlungsbedarf besteht. Nehmen wir die Anregungen und Erfahrungen mit und arbeiten wir gemeinsam daran, dass Arbeit für alle Menschen zugänglich wird», sagte Kantonsratspräsident Stefan Moos zum Abschluss der Veranstaltung.
Landammann und Direktor des Innern Andreas Hostettler würdigte die aktive Beteiligung der Teilnehmenden: «Berufliche Inklusion gelingt nicht allein durch gute Absichten. Sie braucht konkrete Massnahmen, engagierte Arbeitgebende und den Willen, bestehende Hürden abzubauen. Die heutigen Diskussionen liefern dafür wertvolle Impulse.»
Zuger Inklusive Landsgemeinde soll weitergeführt werden
Gemäss dem Willen der Regierung und des Parlaments soll die Zuger Inklusive Landsgemeinde auch künftig alle zwei Jahre stattfinden. Damit bleibt der direkte Austausch zwischen Menschen mit Behinderungen, Politik und Behörden gewährleistet.
Der Kanton stellt für den Anlass weiterhin den Kantonsratssaal sowie sein fachliches Know-how zur Verfügung. Auch die Finanzierung erfolgt weiterhin durch den Kanton. Der wichtigste Beitrag wird aber im Engagement von Menschen mit Behinderung und den teilnehmenden Politikerinnen und Politiker liegen.
Livestream-Aufzeichnung verfügbar
Die Veranstaltung wurde per Livestream übertragen. Eine Aufzeichnung steht unter folgendem Link zur Verfügung:
Bilder und Downloads
Bild 1: Die zweite Zuger Inklusive Landsgemeinde vom 18. Juni 2026 war ein erfolgreicher Anlass und setzte wichtige Impulse für mehr berufliche Inklusion. Bild: Sandro Imhasly
Bild 2: Kanton und Gemeinden sollen zu Vorbild und Referenz bei der Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen werden. Als Vertreter der Arbeitsgruppe der Inklusiven Landsgemeinde trägt Reto Hotz das Anliegen vor. Bild: Sandro Imhasly
Bild 3: Anregende Gespräche finden an der Inklusiven Landsgemeinde auch zwischen den Teilnehmenden statt. Bild: Sandro Imhasly
