Planung im Wald
Der Wald soll seine Funktionen dauernd und uneingeschränkt erfüllen. Mit der Waldplanung werden die verschiedenen Ansprüche an den Wald koordiniert, priorisiert und Ziele für die Waldbewirtschaftung definiert.
Waldinventur
Daten über den Zustand und die Entwicklung des Waldes werden mittels regelmässiger Waldzustandserhebungen, den sogenannten Waldinventuren, erfasst. Diese Inventurdaten dienen insbesondere den Forstbehörden als Grundlage zur Überprüfung der Zielerreichung sowie zur frühzeitigen Erkennung von Fehlentwicklungen.
Die Erhebung erfolgt auf Basis eines festgelegten Stichprobennetzes, das systematische und wiederholbare Messungen ermöglicht. Mittels statistischer Hochrechnungen lassen sich aus den gesammelten Stichproben verlässliche Aussagen über die gesamte Waldfläche ableiten. Die vierte Waldinventur im Kanton Zug wurde zwischen Herbst 2023 und Frühling 2025 durchgeführt.
Richtplan und Waldentwicklungsplan
Im Kapitel Wald des kantonalen Richtplans sind die Vorrangfunktionen der Waldflächen festgesetzt. Dies sind die Wälder mit besonderer
- Schutzfunktion gegen Naturgefahren,
- Naturschutzfunktion,
- Erholungsfunktion.
Im kantonalen Waldentwicklungsplan sind die öffentlichen Interessen am Wald beschrieben und langfristige Entwicklungsziele festgelegt. Der aktuelle Waldentwicklungsplan wurde 2012 vom Regierungsrat beschlossen.
Im kantonalen Nachhaltigkeitsbericht Wald wird der Waldzustand beurteilt und die Zielerreichung anhand entsprechender Indikatoren bewertet. Das Fazit von 2014 lautet: «Der Zuger Wald ist in einem zufriedenstellenden Zustand und hat sich in den letzten Jahrzehnten positiv entwickelt.»
Ausführungsplanung
In der Ausführungsplanung, den waldfunktionsspezifischen Konzepten und Projekten, werden die Festlegungen des Waldentwicklungsplans konkretisiert, und es wird aufgezeigt, wie das Bundes- und Kantonsrecht sowie die behördenverbindlichen Ziele parzellenscharf umgesetzt werden sollen. Diese Ausführungsplanung ist Basis für die eigentümerverbindliche Sicherung über Verträge und Vereinbarungen.
Beiträge und Entschädigungen
Für verschiedene forstliche Massnahmen von öffentlichem Interesse leisten Bund und Kantone Beiträge und Entschädigungen. Diese können über den zuständigen Revierförster beantragt werden.
Anpassung an den Klimawandel
Damit der Wald seine Funktionen auch langfristig erfüllen kann, soll der Wald möglichst vital und vielfältig sein. Deshalb wird empfohlen, den Wald möglichst naturnah zu bewirtschaften und eine zukunftsfähige Waldverjüngung anzustreben.
Waldverjüngung
Die Waldverjüngung entscheidet darüber, wie der Wald der Zukunft aussieht. Damit sich ein stabiler, artenreicher und klimafitter Wald entwickeln kann, müssen junge Bäume ausreichend nachwachsen können. Entscheidend sind dabei mehrere Faktoren, die zusammenwirken.
Eine wichtige Voraussetzung sind genügend Samenbäume. Sie sichern die natürliche Verjüngung und sorgen dafür, dass standortgerechte Baumarten kontinuierlich nachkommen. Ebenso zentral ist ausreichend Licht am Waldboden. Durch gezielte und nachhaltige Waldpflege entstehen kleinräumige Öffnungen im Bestand, welche das Anwachsen und Aufwachsen der Jungbäume ermöglichen.
Die Entwicklung der Verjüngung wird zudem stark durch Vegetationskonkurrenz beeinflusst. Brombeeren, Gräser oder andere konkurrenzstarke Pflanzen können junge Bäume verdrängen, wenn Lichtverhältnisse oder Standortbedingungen ungünstig sind. Deshalb müssen Eingriffe sorgfältig dosiert erfolgen: genügend Licht für die Verjüngung, aber nicht so viel, dass konkurrenzstarke Vegetation überhandnimmt.
Auch der Wildeinfluss spielt eine entscheidende Rolle. Verbiss durch Reh-, Rotwild oder Gämsen kann die Entwicklung einzelner Baumarten deutlich beeinträchtigen und die Baumartenvielfalt langfristig verändern. Ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Wildbestand und Lebensraum ist daher Voraussetzung für eine nachhaltige Waldentwicklung.
Die Waldverjüngung wird im Kanton Zug regelmässig beobachtet und ausgewertet. Die Ergebnisse zeigen, ob sich der Wald nachhaltig erneuern kann und wo Handlungsbedarf besteht.
Unterhalb finden Sie zwei vertiefende Berichte:
