Rund um den Zuger Wald
Wie viele Bäume stehen im Wald? Was für Baumarten wachsen da? Welche Leistungen erbringt der Wald, und wie wird der Wald der Zukunft gestaltet? Wem gehört der Wald, und wie viel Holz wird jedes Jahr genutzt?

Waldfläche
27 Prozent, also rund ein Viertel des Kantons Zug ist bewaldet. Diese insgesamt 6371 ha Wald sind unterschiedlich über die Gemeinden verteilt. Fast die Hälfte des Zuger Waldes liegt in den beiden Gemeinden Ober- und Unterägeri. Am wenigsten Wald hat die Gemeinde Steinhausen.

Baumarten
Bei den Baumarten sind, wie auch im Schweizer Durchschnitt, drei dominierend: Fichte, Tanne und Buche. Bei der Waldpflege werden daher wenn möglich die selteneren Arten gefördert.

Holzmenge
In den Zuger Wäldern stehen ca. 2,3 Mio. Bäume, die dicker als 12 cm sind. Das entspricht einer Holzmenge von rund 2,6 Mio. Kubikmetern. Jedes Jahr wächst zusätzlich rund 80’000 Kubikmeter neues Holz heran. Diese Menge an Holz kann jedes Jahr nachhaltig genutzt werden. Das Naturprodukt Holz wird als vielseitiges Baumaterial und für die Möbelherstellung geschätzt. Fast die Hälfte des geernteten Holzes wird dafür verwendet. Die andere Hälfte dient der CO2-neutralen Wärmeerzeugung, und nur ein kleiner Anteil von 5 Prozent wird als Industrieholz zu Papier-, Faser- und Spanplattenholz verarbeitet.
Weitere Zahlen aus Waldinventur
Die vierte Waldinventur wurde 2025 Erfolgreich abgeschlossen die wichtigsten Zahlen und Fakten finden Sie im Flyer " Der Zuger Wald - Fakten, die zählen"
Interessieren Sie sich für ein bestimmtes Waldgebiet oder wollen detailliertere Zahlen zum Zustand und zu der Entwicklung des Zuger Waldes? Auf der interaktiven Auswerteplattform der Waldinventurdatenbank können Sie eigene Abfragen erstellen. Dazu wählen Sie einen Perimeter von Interesse, eine Zielgrösse sowie eine allfällige Gruppierung der Ergebnisse.
Waldfunktionen
Der Wald ist multifunktional: Er kann gleichzeitig verschiedene Leistungen erbringen. Er bietet u. a. Schutz vor Naturgefahren, liefert Holz und Trinkwasser, ist Lebensraum für Pflanzen und Tiere, ein beliebter Ort für Erholungssuchende und für sportliche Aktivitäten. Zudem trägt er massgeblich zur Erhaltung der landschaftlichen Vielfalt bei. In einigen Waldgebieten sind einzelne dieser Funktionen für die Öffentlichkeit besonders wichtig. Diesen Wäldern wurde im Richtplan jeweils eine der untenstehenden Vorrangfunktionen zugeordnet. Sie werden gemäss den spezifischen Zielsetzungen der Waldfunktionen gepflegt. Die häufigste und wichtigste vorrangige Waldfunktion ist im Kanton Zug der Schutz vor Naturgefahren mit 45 Prozent am Waldanteil, gefolgt von der Naturschutzfunktion mit 25 Prozent.
Karte der Waldflächen mit Vorrangfunktionen
Schutzfunktion gegen Naturgefahren
45 Prozent des Zuger Waldes schützt Menschen und Güter vor Naturgefahrenprozessen wie Rutschungen, Hochwasser, Murgänge und Steinschläge. Technische Verbauungen können so auf ein Minimum reduziert werden.
Weitere Informationen zur Schutzwaldpflege
Naturschutzfunktion
Der Wald hat für die Biodiversität eine grosse Bedeutung. Rund die Hälfte aller in der Schweiz vorkommenden Tier- und Pflanzenarten lebt ganz oder teilweise im Wald. Auf 25 Prozent der Zuger Waldfläche haben der Erhalt und die Förderung der Biodiversität besonders hohe Priorität.
Weitere Informationen zur Förderung der Artenvielfalt im Wald
Erholungsfunktion
Als Ausgleich zum hektischen Alltag wird der Wald als Ort der Erholung immer wichtiger. Die frische Luft, das ausgleichende Klima, die natürliche Umgebung sowie die typischen Waldgeräusche wirken sich positiv auf das Wohlbefinden der Waldbesucherinnen und -besucher aus. Wälder sind in der Schweiz öffentlich zugänglich und erfahren als Erholungsort eine grosse Wertschätzung in der Bevölkerung. Im Kanton Zug hat in 5 Prozent der Wälder die Erholungsfunktion Vorrang.
Weitere Informationen zu Freizeit und Erholung im Wald
Der übrigen Waldfläche von 37 Prozent ist keine besondere Waldfunktion zugewiesen. Sie werden multifunktional genutzt.

Eigentumsverhältnisse
70 Prozent der Zuger Wälder sind öffentlich und gehören Korporationen, Gemeinden, dem Kanton oder dem Bund. 30 Prozent sind Privatwälder von Privatpersonen, Waldgenossenschaften oder Klöstern.
Broschüre «Der Zuger Wald»
Die Broschüre «Der Zuger Wald» enthält obenstehende und weitere nützliche Informationen rund um den Zuger Wald.
Bei Interesse können Sie die Broschüre kostenlos beim Amt für Wald und Wild bestellen.

Planung im Wald
Damit der Wald seine Funktionen dauernd und uneingeschränkt erfüllen kann, ist eine zielgerichtete Waldbewirtschaftung unabdingbar. Im Kantonalen Waldentwicklungsplan sind die eigentümerübergreifenden Entwicklungsziele für den Zuger Wald beschrieben. Mittels Waldinventuren wird der Zustand des Waldes periodisch erhoben und die Nachhaltigkeit der Waldbewirtschaftung überprüft. Diese Daten dienen auch dem Forstdienst zur Planung der waldbaulichen Massnahmen.
Waldgesellschaften
Wald ist nicht gleich Wald. Abhängig von Klima und Bodeneigenschaften wachsen charakteristische Pflanzenarten, die in ihrer spezifischen Zusammensetzung Waldgesellschaften bilden. Deren forstwirtschaftliche Eignung und ökologische Werte sind sehr unterschiedlich.
Mit dem Fachbuch «Waldgesellschaften des Kantons Zug» können alle im Kanton Zug vorkommenden Waldgesellschaften mittels Höhenlage, Humusform und Zeigerpflanzen bestimmt werden. Neben den jeweiligen Eigenschaften ist auch die empfohlene waldbauliche Behandlung beschrieben.
Sie finden einen Überblick des Buches als Download.
Das komplette Buch können Sie entweder als hochaufgelöstes PDF-Dokument oder als gedrucktes Buch beim Amt für Wald und Wild bestellen. Das PDF ist kostenlos, das Buch kostet 40 Franken (inkl. MwSt.) plus Versandkosten.
Weitere Informationen
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